informationen über gruben und gänge

Grothhaus - Oberes Appartment Bad Ansicht
Im Vordergrund der Zehrransgang, im Hintergrund die Türme der Marienkirche

Unsere beiden Gästehäuser liegen im alten Seefahrerviertel in der Engelsgrube. Es ist die Straße mit den meisten Gängen der Altstadtinsel. Im Garbereiter-Gang liegt unser Ganghaus mit den beiden Appartements, im benachbarten Zerrahns-Gang das Blaue Haus.

Die Namen Engelsgrube sowie Garbereiter-Gang mögen manch skurrile und phantastische Vorstellungen wecken – doch was verbirgt sich wirklich dahinter? Dazu muss man zunächst wissen, dass die Lübecker Altstadt auf einem Hügel errichtet wurde. Neuere Grabungen belegen, dass sich hier bereits im 11. Jahrhundert eine Kaufmannskolonie mit dem Namen Liubeke befand. Der Altstadthügeln ist umgeben von Flüssen und Kanälen. Auf dem Scheitel des Stadthügels verlaufen zwei Straßen parallel, deren Querstrassen zum Wasser hinab führen. Diese zur Trave oder zu Kanälen führenden Strassen werden Gruben genannt, so unsere Strasse Engelsgrube. Ihren Namen verdankt sie nicht den himmlischen Engeln, sondern den Engländern, die ihre Schiffe im nahe gelegenen englischen Hafen, dem heutigen Hansahafen festmachten.


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Zehrransgang / Garbereitergang

Auch der Garbereiter-Gang, in dem wir wohnen und in dem eines der Gästehäuser liegt, hat mit der Seefahrt zu tun. Doch zunächst kurz zur Geschichte der Gänge, die im 14.Jahrhundert entstanden. Lübeck war zu der Zeit überfüllt. Nur die Menschen, die innerhalb der Stadtmauern wohnten, genossen den Schutz der Stadt. So besann man sich darauf, die zumeist langen Hinterhöfe der Stadthäuser mit kleinen einfachen Häusern zu bebauen und schuf Durchgänge zu den Gruben. In den Gängen wohnte vor allem die einfache Bevölkerung wie Hafenarbeiten und Handwerker. Die Namensgebung der Gänge orientierte sich vorwiegend an die dort wohnende Berufsgruppe. So gibt es den Nagelschmiedsgang, Bäcker- oder Brandweinbrenner-gang. Der Name Garbereitergang bezieht sich auf das gar-bereiten. Garbrater , also Köche, wurden gerade im Seefahrerviertel benötigt, um die Schiffsbesatzungen mit gegarten Fleisch zu versorgen, da lange Zeit auf den hölzernen Segelschiffen offenes Feuer verboten war.

Der Zerrahnsgang, in dem das Blaue Haus liegt, ist wie auch einige andere Gänge, nach seinem früheren Besitzer, Herrn Zerrahn benannt. Von den einst 160 mittelalterlichen Wohngängen und Wohnhöfen bestehen heute noch knapp 100 auf der Lübecker Altstadtinsel.


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Engelsgrube um 1920

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Hansahafen, ehemals Englischer Hafen